Die Saarländische
Psychotherapeutenkammer,
ihre (ehemalige) Präsidentin (Rücktritt am 31.08.2009) und ihr FORUM.
Wer die Leidensgeschichte des kleinen Pascal
aus Saarbrücken kennt, wird sich wünschen, der Junge hätte die brutale Quälerei
überlebt. In diesem Fall hätte er sicherlich massive psychische und
psychosomatische Störungen entwickelt. Dann wäre wohl früher oder später bei
ihm eine Psychotherapie empfohlen worden. Dabei sollte jedoch jedes Opfer von
sexueller Gewalt und Missbrauch wissen, dass es – zumindest im Saarland –
womöglich weiteren katastrophalen Erfahrungen in Rahmen einer
psychotherapeutischen „Behandlung“ ausgesetzt ist.
Warum sage ich das? Im Bereich Psychotherapie
gibt es verschiedene Richtungen, die ganz unterschiedlich auf die Opfer von
solchen Gewalterfahrungen reagieren. Eine dieser Richtungen ist die sogenannte
‚Psychoanalyse‘, die vielen als eine der wichtigsten Errungenschaften des 20.
Jahrhunderts gilt.
Das Wissen um diese Kunst wird häufig in Form
von Fallbeispielen weitergegeben. So ist in der Fachliteratur aus dem Jahr 1999
die Therapie einer Frau geschildert, die als noch nicht zehn Jahre altes
Mädchen von ihrem Vater sexuell missbraucht worden war. Ihr Therapeut
analysiert, dass sie diese Situation „in typischer Weise ... als einen sexuell
erregenden Triumph über ihre Mutter“ (1) erlebt habe. Sie müsse lernen,
sich in ihrem „Sieg über die ödipale Mutter zurecht[zu]finden und
ihre Schuld [zu] tolerieren“ (2). Als Resultat dieser
Einsicht: „Sie erlangte so die Fähigkeit, sich mit dem Täter zu
identifizieren, nämlich mit der sexuellen Erregung des sadistischen,
inzestuösen Vaters“ (3). Um den Patienten den Weg zu diesem (für
den zitierten Autor offenbar sehr wichtigen) Ziel zu ebnen, hätten die
Therapeuten und Therapeutinnen folgende Aufgabe: „Die Toleranz der
Aggression des Täters, die auf uns [Therapeuten] projiziert wird, ist
unerhört entscheidend für den Erfolg der Therapie, indem wir zum Täter werden
können und wir uns als Täter identifizieren und es so dem Patienten
erleichtern, sich selbst als Täter zu identifizieren“ (4). Und: „Wir
müssen uns also mit dem Kommandanten des Konzentrationslagers, mit
dem Folterer in der Diktatur, mit dem inzestuösen Vater, mit der sadistischen
Mutter identifizieren können. Wir müssen so auch die Lust verspüren am
Zerstören, die Lust, eine Brandbombe zu werfen, die Lust sadistische
Aggressionen zu verspüren, denn die Bereitschaft dafür haben wir alle in
unserem Unbewußten“ (5).
Während die therapeutische Kompetenz das
Einfühlen in den sadistischen Täter verlange, sei das Mitfühlen mit den
Patienten strikt tabu: „Es ist wichtig - ich zitiere da Freud in einem Brief
von 1916 an Pfister - daß wir uns vor Mitleid schützen. Wie Sie wissen, ist
Mitleid eine sublimierte Aggression. ... Wir müssen daher versuchen, ... den
Patienten, die uns fragen ‚Glauben Sie mir nicht? Sind Sie nicht meiner
Meinung? War das nicht entsetzlich?‘ zu erwidern: ‚Warum brauchen Sie meine
Meinung, anstatt eine eigene zu haben?‘“ (6).
Diese Empfehlungen stammen nicht etwa von
einem bedeutungslosen Spinner, sondern von Otto F. Kernberg. Die Zitate finden
sich in dem Artikel „Persönlichkeitsentwicklung und Trauma“ in der Zeitschrift
„Persönlichkeitsstörungen – Theorie und Therapie/PTT“, 1999, S. 5-15; (1), (2),
(3) + (4) = S. 13, (5) + (6) = S. 14. (Gesamttext des Artikels hier.) Kernberg war
lange Jahre der Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung
(IPA). Seine Lehrbücher sind mehrfach aufgelegt. Dort, wo er referiert, sind
die Hörsäle gefüllt. Auch im Saarland ist er bisweilen zu Gast.
Die Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten des Saarlandes sind per Gesetz zwangsweise in einer Kammer
zusammengefasst, die sich im Jahr 2004 konstituiert. Ihre Aufgabe ist es, so
das Saarländische Heilkammergesetz (SHKG, § 4), „die berufliche Fortbildung
der Kammermitglieder“ bzw. „die Qualitätssicherung im Gesundheitswesen
... zu fördern“. In dem Mitteilungsblatt dieser Kammer, dem „FORUM“, das
alle 408 Kammermitglieder kostenlos beziehen, wird in seiner zweiten Nummer
(Mai 2004) ein sogenanntes „Diskussions-FORUM“ eröffnet. Ein Kollege wirft in
einem Leserbrief ethische Fragen der Psychotherapie auf – „Gibt es einen
Widerspruch zwischen dem Analytischen und dem Menschlichen?“ Er wirbt für
einen „menschlichen, empathischen und respektvollen Umgang“ zwischen
Therapeut und Klient. In der Auseinandersetzung mit seinen KollegInnen wünscht
er sich „die Entstehung einer polemischen Kultur, einer Diskussion im Bezug
auf den therapeutischen Umgang mit dem Patienten“. Ein anderer Kollege
antwortet im FORUM Nr. 3 (Juli 2004) darauf, missversteht meines Erachtens
jedoch die Absicht des Urhebers dieser Diskussion. Das nehme ich zum Anlass,
meinerseits für die nächste Nummer des FORUMS einen Beitrag zu dieser Debatte
zu liefern. Ich zitiere die oben wiedergegebenen Zitate von Kernberg
ausführlich und verbinde sie mit der Frage, ob meine Kollegen und Kolleginnen
derartiges nicht auch als „unmenschlich“ kritisieren würden, ob
sie darin nicht auch eine gewisse „Kälte“ spüren würden, und ich
plädiere: „Im Interesse unserer KlientInnen und im Interesse unseres Rufes
sollten wir derartig unmenschlichen Positionen, wie oben zitiert, ausdrücklich
eine gemeinschaftliche Absage erteilen!“
Im FORUM Nr. 4 (September 2004) wird eine Erklärung
der Redaktion – unter Federführung der seinerzeit amtierenden Kammerpräsidentin
Ilse Rohr – abgedruckt: Ein eingegangener Beitrag für das Diskussions-FORUM
(der Meinige) sei nicht aufgenommen worden, weil das Organ „keine
Plattform für Polemik und Vorurteile“ bieten wolle!
Sicherlich ist mein Beitrag eine „Polemik“ im
Sinne von „‘scharfer politischer oder wissenschaftlicher, mündlich oder
schriftlich ausgetragener Angriff, Meinungsstreit‘“ (Etym. Wörterbuch, dtv,
1995). Aber „Vorurteile“? Immerhin habe ich Kernberg ja ausführlich zitiert.
Und bei Bedarf kann ich noch mit einer Fülle anderer Zitate aufweisen (vgl. meine Webseite zu Kernberg). Sind es
also nicht eher „Nachurteile“, gefällt nach einer gründlichen Lektüre seines
Werkes, gründlicher womöglich, als manche KollegInnen ihn studiert haben?
Meinen Leserbrief bekommen übrigens auch die beiden Kollegen, auf deren Beiträge ich antworte, von mir direkt zugeschickt. Beide Autoren bringen in ihrem Antwortschreiben den Wunsch zum Ausdruck, dass meine Stellungnahme veröffentlicht würde! Dr. Roberto Tannchen: „Der Artikel [R. Tannchens Leserbrief, der das „Diskussions-FORUM“ eröffnet hatte; K.S.] sollte, wie Sie richtig vermuten, als eine Ermunterung zur Diskussion verstanden werden und nicht als Angriff auf andere Therapierichtungen wie beispielsweise die Verhaltenstherapie. In diesem Sinne hat mich der Kollege Metzger tatsächlich grundsätzlich missverstanden. Deshalb hoffe ich, dass Ihre Position veröffentlicht werden wird und verbleibe ...“. Dr. Raimund Metzger: „Ich hoffe, daß Ihr Beitrag im „Forum“ veröffentlicht wird, denn das wäre ja im Sinn der dort eingeräumten Diskussionssparte. ... es wäre wirklich ein großer Schritt nach vorn, wenn wir anhand solcher exemplarischer Geschichten in unserer Disziplin zu einer fruchtbaren und die Dinge auf unserem Gebiet vorantreibenden Grundsatz- oder besser „interparadigmatischen“ Debatte kämen.“ Wen glaubt also Ilse Rohr mit ihrer Zensur schützen zu müssen?
In den zwei darauffolgenden
Sitzungen der Vertreterversammlung der saarländischen Psychotherapeutenkammer
versuche ich, meinen Beitrag zur Debatte zu stellen. In der Sitzung vom
28.02.2005 gelingt dies auch schließlich. Der Vorstand der Kammer – namentlich
die Präsidentin Ilse Rohr, der Vizepräsident Bernhard Morsch –
sowie ein Mitglied der Vertreterversammlung – Thomas Anstadt – sprechen
sich ausdrücklich gegen dessen Veröffentlichung aus. Von den drei
übrigen Mitgliedern des Vorstands – Irmgard Jochum, Liz Lorenz-Wallacher und
Andrea Maas-Tannchen – bezieht niemand zu Gunsten meiner Kritik Stellung.
Lediglich ein einziger Vertreter (von ca. fünfzehn anwesenden), Dr.
Raimund Metzger, votiert engagiert für die Publikation.
Das Protokoll dieser Sitzung hält
fest, dass mein Artikel „tendenziell manipulative Elemente enthält, die
Arbeitsmethoden verunglimpfe“. So ist das also: Meine Kritik an
Kernberg verunglimpft Arbeitsmethoden. Darüber hinaus: Ich hätte unter verbalen
Beschimpfungen den Saal verlassen. Tatsächlich verabschiede ich mich, nach der
definitiven Ablehnung der Veröffentlichung meines Beitrags, von der
Vertreterversammlung mit den Worten: „Na, dann schlafen Sie mal schön
weiter! Gute Nacht!“ (Die Formulierung des Protokollentwurfs bezüglich der
„verbalen Beschimpfung“ wurde übrigens nach dem Protest der Mehrheit der
Vertreter dann abgemildert. Seither heißt es, ich hätte „hörbar erbost“ den
Saal verlassen.)
In einem dritten Anlauf will ich mir die
Werbung für mein Anliegen per ganzseitiger Anzeige im FORUM sogar 200,00 Euro
kosten lassen. Fehlanzeige. Kammerpräsidentin Ilse Rohr mit Schreiben vom 18.
Mai 2005: An dem „unsachlichen, sich eben nicht kritisch
auseinandersetzenden Inhalt“ des Beitrags (hier der Beitrag in voller Länge) habe sich nichts geändert.
Man sehe sich „leider weiterhin nicht imstande“, den Artikel im FORUM zu
veröffentlichen. „Das betrifft ebenso Ihren Wunsch nach Veröffentlichung als
Anzeige.“
Ich lasse nicht locker. Nach einem
vierten Anlauf erscheint schließlich eine von mir selbst gekürzte Version im
FORUM 9 (Juli 2005), in dem ich mich weitgehend auf das Zitieren des
kritisierten Fachartikels beschränke. Allerdings fällt immer noch eine Passage
– „Über eine Rückmeldung freut sich:“ mitsamt Adresse und Email des
Autors – dem Rotstift von Ilse Rohr zum Opfer. Vielleicht geht es auf diese
Streichung zurück, dass mich bis heute keine einzige Reaktion aus dem Kreis
meiner KollegInnen erreicht hat.
Mein fünfter Vorstoß, meine Bitte um
Rückmeldung noch einmal nachzutragen, wird zu meiner Überraschung in der Nummer
13 des FORUM (März 2006) tatsächlich abgedruckt. Es werden jedoch wieder zwei
Sätze gestrichen, in denen ich die zentralen Aussagen von Kernberg noch einmal
zitiert hatte. Darüber hinaus wird mein Name, den ich unter den Text gesetzt
hatte, mitten im Text platziert, was etwas skurril wirkt. Schließlich beharrt
die Redaktion auch weiterhin ausdrücklich darauf, meine Adresse nicht
anzugeben: Dies sei im FORUM nicht üblich. (Dazu als Anmerkung: Sogar in
Fachzeitschriften werden recht häufig die Korrespondenzadressen der Autoren angegeben.)
Und: „Wer Kontakt mit dem Verfasser aufnehmen möchte, kann dies über die
Kammer tun. Die Nutzung von Telefonbucheintragungen usw. stehen ohnehin jedem
zur Verfügung.“
Leider hat die Redaktion vergessen
anzugeben, welches Telefonbuch die Interessierten denn zur Hand nehmen sollten.
Darüber hinaus ist auch dort in der Regel keine Email-Adresse angegeben, die
den Austausch ja doch erheblich erleichtert.
Es wird also deutlich: Der Vorstand
der Saarländischen Pschotherapeutenkammer, insbesondere ihre (ehemalige) Präsidentin,
Ilse Rohr, wünscht keine Diskussion über den Artikel von Kernberg! Eine
Auseinandersetzung mit ihm soll unterdrückt werden. Und noch schlimmer: Die
Auffassungen Kernbergs werden von einigen Mitgliedern des Kammervorstandes
offen verteidigt.
Meine Kritik am Vorgehen der Kammer gegenüber dem Saarländischen Minister für Justiz, Gesundheit und Soziales, Dr. Josef Hecken, am 15. August 2006 wurde mit Schreiben vom 12. Dezember 2006 beschieden, wonach das Vorgehen der Kammer nicht zu beanstanden sei. Die Kammerpräsidentin hatte in ihrer Stellungnahme gegenüber dem Minister aus dem damaligen Protokoll-Entwurf die Passage mit den „verbalen Beschimpfungen“ zitiert. Dieses hatte ich am 16.01.2007 und 23.01.2007 gegenüber dem Ministerium bemängelt und auch eine nähere Erläuterung der Umstände angeboten. Gegenüber dem Ministerium hatte Ilse Rohr ihr Zitat aus dem ausdrücklich nicht verabschiedeten Protokollentwurf daraufhin wortreich als Versehen deklariert und sich beim Ministerium dafür entschuldigt. An näheren Ausführungen meinerseits war das Ministerium nicht interessiert (Bescheid vom 28.02.2007). Als ich Ilse Rohr in der Vertreterversammlung vom 19.03. 2007 wegen ihres Verhaltens kritisierte, lehnte sie eine Entschuldigung mir gegenüber ausdrücklich ab.
Auch ein erneuter Versuch, den zwischenzeitlich für Gesundheit zuständigen Minister, Herrn Prof. Gerhard Vigener, auf das Verhalten der Kammer anzusprechen, ist gescheitert. Das mag damit zu tun haben, dass meine Vorstöße bei den drei MinisterInnen Görner, Hecken und Vigener jeweils mit einem Gespräch bei ein und demselben Psychiatriereferenten endeten, der jeweils keinen Handlungsbedarf sah.
(Nach der gerade kurz zurückliegenden Landtagswahl vom 30.08.2009 ist wohl damit zu rechnen, dass demnächst das für Gesundheit zuständige Ministerium unter neuer Leitung stehen wird. Dann werde ich dort einen erneuten Vorstoß wagen.)
Der Kammervorstand befindet sich mit
seiner Haltung in „bester“ Gesellschaft: Bereits kurze Zeit nach dem Erscheinen
des zitierten Fachartikels von 1999 hatte ich versucht, innerhalb meiner Zunft
eine Diskussion darüber anzuzetteln. Zunächst verschickte ich eine
Stellungnahme zu diesem Artikel, den ich umfangreich zitiert hatte, jedoch ohne
den Autor zu nennen, in einem elfseitigen
Artikel per Internet an 566 Kollegen und Kolleginnen. Darauf bekam ich Rückmeldung von 49 Personen (Quote: 8,7
%), die ihre Antwort auch zumeist mit der Anmerkung verbanden, dass sie es für
unwissenschaftlich hielten, nicht auch die Quelle zu nennen, die man zitiere.
In aller Regel erfolgte nach der Quellenangabe keinerlei Reaktion mehr.
Die erneute Versendung meiner
Position unter sofortiger Nennung der Quelle an 208 weitere Kollegen und
Kolleginnen führte zu sechs Rückläufen (Quote: 2,9 %). Aus diesen Zahlen lässt
sich zumindest eine Tendenz ablesen: Offenbar sinkt die Bereitschaft,
irgendwelche Zitate kritisch zu diskutieren, wenn die Kollegen und Kolleginnen
den Namen des Autors vor Augen haben. Wer legt sich denn schon gerne mit
Koryphäen an?
Meine Kritik stellte ich bei
verschiedenen Gelegenheiten in Fachveranstaltungen zur Diskussion bzw. wollte
dies tun. Teilweise wurden meine Bewerbungen um ein Referat abgelehnt. Die
Resonanz aus Fachkreisen fiel spärlich aus. Von den Ethikkommissionen im
Gesundheitsbereich in Deutschland, Österreich und der Schweiz bestätigte
lediglich die Österreichische Ethikkommission den Eingang meines Schreibens.
Von keiner einzigen Kommission gingen weitergehende Reaktionen aus. Im
Saarländischen Gesundheitsministerium führte ich am 19. Dezember 2000 ein
Gespräch mit Herrn Tauchert. Dort hieß es, die Politik sei prinzipiell für
diese Fragen nicht zuständig. Ich wurde auf eine damals noch zu gründende
Psychotherapeutenkammer verwiesen. Die seit dem Jahr 2004 existierende Kammer
ist jedoch – wie gezeigt – von meinem Diskussionsanliegen wenig angetan.
Stellen Sie sich vor: Pascal hätte
überlebt, und in einer Psychotherapie hätte er sich anhören müssen, in der
Situation seines brutalen Gequält-Werdens hätte er eine Art von „sexuell
erregendem Triumph“ erlebt, und er müsse lernen, diese „Schuld“
zu tolerieren! Er müsse lernen, sich mit der „sexuellen Erregung“ seiner
Peiniger zu „identifizieren“! Und seine Frage: „Glauben Sie mir
nicht? Sind Sie nicht meiner Meinung? War das nicht entsetzlich?“, wäre mit
einer Gegenfrage abgeschmettert worden: „Warum brauchst du meine Meinung,
anstatt eine eigene zu haben?“
Die Kammer ist gesetzlich
verpflichtet, einen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Psychotherapie zu
leisten. Ist es da zuviel verlangt, dass dieses Gremium eine kritische
Auseinandersetzung zum Thema führt? Ist es vermessen zu wünschen, dass die
Psychotherapeut/inn/enschaft des Saarlandes sich aufrafft zu einer
gemeinschaftlichen Absage gegen derartige Bagatellisierungen von Gewalt gegen
kindliche Opfer, gegen eine systematische Verkehrung von Opfern zu Tätern?
Da die oben geschilderte Form von
angeblicher ‚Psychotherapie‘ nicht von ‚Fachleuten‘ in Frage gestellt wird,
dann sollte dies meines Erachtens im politisch-öffentlichen Raum geschehen.
Deswegen wende ich mich nun verstärkt an die Öffentlichkeit mit der dringenden
Bitte, sich dieses Themas anzunehmen und das Terrain nicht allein Psychologen
und Medizinern zu überlassen. Mit ‚gesundem Menschenverstand‘ werden Menschen –
auch ohne Psychologie studiert zu haben (oder gerade deswegen) – vielleicht
besser in der Lage sein, die Menschenverachtung in den zitierten
‚psychotherapeutischen‘ Äußerungen herauszuhören.
Die Psychologie leidet unter einem
problematischen Erbe: der „Theorie“ Sigmund Freuds. Einen Teil der Ergebnisse
meiner Auseinandersetzung damit finden Sie auf diesen Seiten. Über eine
Rückmeldung würde ich mich freuen:
Klaus Schlagmann
Scheidter Strasse 62
66123 Saarbrücken
Email: KlausSchlagmann@aol.com
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für das Saarland
Eine schöne
Illustration der Opfer-Täter-Umkehr im Denken der Kammerpräsidentin findet sich
hier: Realsatire III