Auf dieser Web-Seite sind einige
Traktate über Figuren und Personen versammelt (s. Bildleiste links),
die von Vertretern der Freudschen „Psychoanalyse“ in grober Weise
missverstanden wurden.
(Auf dieser Webseite führe ich auch
eine ausgedehntere Auseinandersetzung mit einigen VertreterInnen dieser Zunft.)
Die Texte sind ausführlicher abgedruckt
veröffentlicht in den Schriften des
Verlages:
Der Stammbaum und die 7 Zweige
Letzte Publikation im Verlag (Dezember 2005):

Ödipus – komplex betrachtet.
Männliche Unterdrückung und ihre Vergeltung
durch weibliche Intrige als zentraler Menschheitskonflikt.
Nebst Ausführungen zu den Problemen des schönen und
selbstbewussten Jünglings Narziss.
Der Beitrag alter Mythen zur Überwindung eines modernen Irrglaubens.
(ISBN
3-9805272-3-9, 720 S., 24,90 €)
Bestellungen
von Büchern aus dem Programm des Verlages
auch über Email (Ladenpreis, portofrei).
Es geht hier letztlich immer wieder um die „Psychoanalyse“.
„Psychoanalyse“ ist ein von dem Wiener Arzt Josef Breuer geprägter Begriff.
Breuer meint damit die Behandlung, die er bei seiner Patientin Bertha Pappenheim (1880/1881) entwickelt hat. In
einem Brief an Sigmund Freud schlägt Breuer vor, sein Verfahren „Psychoanalyse“ zu nennen – in Anlehnung an das Theaterstück
„König Ödipus“ von Sophokles, das Schiller 1787 in einem Brief an Goethe als „tragische
analysis“ bezeichnet hatte: Der Ödipus des
Sophokles versteht es, aufrichtig und selbstlos die lange zurück liegenden
Umstände seiner familiären Verstrickung – aus der Rückschau – aufzulösen.
(Breuers Brief wird im Sigmund-Freud-Archiv
in New York aufbewahrt und ist bis ins Jahr 2113 nicht öffentlich zugänglich; meine Information stammt aus zuverlässiger
Quelle. Gegen die ausdrückliche Bitte meines Informanten mache ich diese
Information dennoch publik.)
Breuer erkennt uneingeschränkt die schädigende Wirkung von Traumatisierungen
an. Er versteht darunter ein breit gefasstes
Spektrum überwältigender Erfahrungen: Fortgesetzte Entwertung, Unterdrückung,
Tabuisierung, Missachtung, Nicht-Beachtung und vieles mehr. Breuer sah auch
Sexualität als Lebensbereich an, in dem problematische Erfahrungen häufig
waren; sexueller Missbrauch gehörte für ihn selbstverständlich – aber
keineswegs allein – zu traumatisierenden Erfahrungen.
Das Verfahren, das Sigmund Freud aus dem Modell Josef Breuers
entwickelt hat, steht dazu im völligen Gegensatz. Freud übernimmt zwar in der „Traumdeutung“ (Freud,
1899/1999, S. 180-183) die Analogie zum „König Ödipus“. Aber er spricht –
widersinnig – von dem Stück des Sophokles als einer „kunstvoll verzögerten
Enthüllung“. (Tatsächlich werden die Enthüllungen mit stringenter
Klarheit und atemberaubender Geschwindigkeit von Ödipus vorangetrieben.) Vor
allem missversteht Freud den „König Ödipus“ als Vorlage seiner ab 1897
vertretenen Beschuldigung von Kindern als „polymorph pervers“, sie
wollten sich z.B. triebhaft in das Sexualleben ihrer Eltern einmischen.
Sophokles und Breuer haben jedoch – umgekehrt –
die Kinder als die Opfer der Erwachsenen gesehen, die ihre eigenen
Lebenskonflikte nicht bewältigt haben.
Freuds einsichtslose Beschuldigung von Gewalt-Opfern stellt
praktisch eine „Verkehrung ins Gegenteil“ des „Psychoanalyse“- Modells von
Josef Breuer dar. Deshalb könnte man auch das Freudsche Modell „Psychoanalüge“ nennen – zur besseren Abgrenzung von Breuers
klugem Ansatz zur „Psychoanalyse“. (Dieser
Vorschlag hat sich bislang noch nicht durchgesetzt.)
Adresse des
Autors:
Scheidter Straße 62
66123
Saarbrücken
Zuletzt aktualisiert am 18. August 2010